Geld sparen mit der Steuererklärung

Beim Thema Geld sparen darf der Aspekt "Steuern" auf keinem Fall fehlen - da fast alle Menschen im Lauf des Jahres zu viele Steuern bezahlen, sollte man nicht die Chance vergeben, sich einen Teil des zu viel gezahlten Geldes vom Staat zurückzuholen.

Aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit schenken tausende Menschen dem Staat jedes Jahr eine Menge Geld und zahlen zu viele Steuern, weil sie keine Steuererklärung einreichen oder bei der Steuererklärung vieles nicht angeben, was ihnen eine hohe Rückzahlung erbringen würde. Viele wollen so schnell wie möglich damit fertig werden oder es möglichst ganz vermeiden. Aber wenn man sich schon mit den Steuern und der Steuererklärung beschäftigt, sollte man auch alle Möglichkeiten nutzen.

Geld sparen mit der Steuererklärung

Eine Steuererklärung lohnt sich fast immer

Fast jeder, der eine Steuererklärung einreicht, bekommt Geld zurück

Im Durchschnitt bekommt jeder Bürger im Jahr 800€ an Steuern zurück - vorausgesetzt er gibt eine Steuererklärung ab. In Einzelfällen kann dieser Betrag deutlich darüber liegen und mehrere tausend Euro betragen. Und wer verschenkt schon gerne so viel Geld?

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Es gibt bestimmte Bedingungen, wann man gesetzlich dazu verpflichtet ist, eine Steuererklärung zu abzugeben - dann gilt die Einreichungsfrist bis zum 31. Mai des darauffolgenden Jahres.

Verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, sind z.B.

  • Ehepartner, die die Steuerklassen III und V gewählt haben
  • Personen, die vom Finanzamt einen Freibetrag eintragen lassen haben
  • Arbeitnehmer, die neben ihrem Gehalt eine Lohnersatzleistung erhalten haben (dazu zählen Arbeitslosengeld, Elterngeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld von mehr als 410 € im Jahr)

Ausführliche Informationen darüber, unter welchen Umständen Sie dazu verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben, erfahren Sie hier:

Steuertipps.de - Wer muss eigentlich eine Steuererklärung abgeben?

Wenn Sie nicht gesetzlich dazu nicht verpflichtet sind, ist die Steuererklärung freiwillig. Dann haben Sie auch deutlich länger Zeit - nämlich vier Jahre. Trotzdem sollten Sie die Steuererklärung nicht auf die lange Bank schieben, denn je eher Sie sie einreichen, desto eher bekommen Sie Ihr Geld zurück. Oft reicht dieses Geld für einen kleinen Urlaub. Wenn man möglichst früh im Jahr seine Steuererklärung macht, kommt das Geld passend zum Sommerurlaub!

Hilfe zur Steuererklärung

Auch wenn Sie lieber allen Anträgen und Formularen aus dem Weg gehen würden - lassen Sie sich dadurch nicht abschrecken! Wenn man sich einmal damit beschäftigt hat, merkt man, dass es gar nicht so schlimm ist.
Sie müssen auch gar nicht ganz allein damit klarkommen - die Anleitung sowie viele Steuerspartipps bekommen Sie nämlich mit den Formularen mitgeliefert. Darin wird für jede einzelne Zeile genau erklärt, was wie eingetragen werden muss. Ein größer Teil der Formulare bleibt am Ende oft frei, da viele Punkte auf die meisten gar nicht zutreffen.

Wenn Sie trotzdem weitere Fragen haben oder nicht weiter kommen, dann können Sie sich auch direkt an das Finanzamt wenden - da hilft man Ihnen in jedem Fall. Vielleicht haben Sie auch jemanden in Ihrem Bekanntenkreis, der sich beruflich mit Steuern auskennt und Ihnen weitere Tipps geben kann?

Es lohnt sich in jedem Fall, sich Informationen darüber zu holen, was man alles von der Steuer absetzen kann. Vielen ist gar nicht bewusst, was alles angegeben werden kann. Im Prinzip sind sämtliche Ausgaben, die zum Erhalt Ihrer Arbeitskraft dienen, steuerlich absetzbar.

Für wen lohnt sich ein Steuerberater?

Wer die Steuererklärung nicht selbst machen will oder kann, hat natürlich die Möglichkeit, dies einem Steuerberater zu überlassen. Doch dieser macht das natürlich nicht umsonst, und im Vorfeld ist es nur schwer abzuschätzen, wie hoch die Kosten dafür sein werden. Das hängt nämlich neben Ihrem zu versteuerndem Einkommen vom Aufwand ab. Den Aufwand können Sie verringern, indem Sie dem Steuerberater all Ihre Unterlagen sauber geordnet übergeben und darauf achten, dass alles vollständig ist.

Für wen sich ein Steuerberater lohnt, hängt weniger von der Höhe des Einkommens ab, sondern mehr davon, wie kompliziert und aufwändig die Steuererklärung wird. Ein weiteres Kriterium ist natürlich, wie gut man sich selbst damit auskennt. Je besser Sie selbst einen genauen Überblick über die Möglichkeiten haben, verschiedene Posten von der Steuer abzusetzen, desto weniger wird sich ein Steuerberater lohnen.

Es gilt:
Wer nur ein Einkommen aus einer normalen angestellten Tätigkeit hat und keine eigene Immobilie vermietet, braucht in der Regel keinen Steuerberater.

Anders kann es aussehen, wenn man neben seinem Hauptberuf eine oder mehrere weitere Einkommensquellen  hat (z.B. durch eine selbstständige Tätigkeit, Vermietung etc.), über Vermögen verfügt oder Unterhaltsverpflichtungen hat. In diesen Fällen ist es für Laien schwierig, alle steuerlichen Möglichkeiten zu kennen. Da die Kosten für den Steuerberater selbst steuerlich absetzbar sind, kann sich ein Steuerberater in diesen Fällen auszahlen, da er alle Möglichkeiten kennt und Sie so sicher sein können, kein Geld an den Staat zu verschenken.

Wer sicher gehen aber dauerhaft sparen will, sollte einmalig einen Steuerberater zur Hilfe nehmen, um zu sehen, was wie anrechenbar ist, und die Steuererklärung in den darauffolgenden Jahren selbst machen.

Der Lohnsteuerhilfeverein - eine günstige Alternative zum Steuerberater

Eine deutlich günstigere Alternative zum Steuerberater ist ein Lohnsteuerhilfeverein. Dabei handelt es sich um eine Selbsthilfeeinrichtung für Arbeitnehmer zur Hilfestellung in allen Steuersachen. Da es einem solchen Lohnsteuerhilfeverein nicht um Gewinnmaximierung sondern nur um Kostendeckung geht, zahlt man als Mitglied einen pauschalen Mitgliedsbeitrag, der nach Einkommen gestaffelt ist. Dieser liegt deutlich unter den Kosten für einen Steuerberater. Die Beratung erfolgt dabei in örtlichen Beratungsstellen.

Steuersoftware - die günstige Hilfe für zu Hause

Wer bereit ist, sich ein wenig Wissen anzueignen und ein wenig mehr Zeit für die Steuererklärung aufzuwenden, ist zumindest bei recht einfachen Einkommensverhältnissen mit einer Steuersoftware am besten beraten. Gute Steuersoftware gibt es schon für unter 20 Euro. Ein weiterer Vorteil der Benutzung einer Steuersoftware ist, dass Sie während der Benutzung viele Hilfestellungen und Tipps bekommen, die Ihnen einen besseren Überblick über die Möglichkeiten gibt, was absetzbar ist und was nicht. Selbst wenn Sie den einen oder anderen kleinen Posten vergessen sollten, profitieren Sie in der Regel durch die deutlich geringeren Kosten.

10 Tipps, wie Sie bei der Steuererklärung viel Geld sparen können

Es gibt zahlreiche Bücher mit unzähligen Steuertipps. Wer auch den letzten Euro aus der Steuererklärung herausholen möchte, kommt nicht drum herum, sich eingehend mit der Materie auseinanderzusetzen oder sich Hilfe bei einem Experten zu holen.
Die Umsetzung einiger für die meisten Menschen wichtigsten Tipps bringen jedoch schon einen Großteil der möglichen Steuerersparnis. Hier die vielleicht 10 wichtigsten Tipps zum Steuern sparen:

1. Unterlagen sortieren und Ausgaben sammeln

Sammeln Sie schon im Laufe des Jahres alle Belege und Zahlungsnachweise, die irgendwie in Zusammenhang mit Ihrer Arbeit stehen. Dazu gehören auch Handwerkerrechnungen (s.u.) sowie Nachweise über Zahlungen für die Kinderbetreuung usw.

Sammeln Sie lieber zu viele als zu wenige Belege. Heften Sie diese am besten zusammen in einen Ordner mit einer eindeutigen Aufschrift wie z.B. "Steuern 2013".

2. Pendlerpauschale und Dienstfahrten

Allein wegen der Pendlerpauschale lohnt sich für die meisten die Abgabe der Steuererklärung. Pro Entfernungskilometer können 30 Cent geltend gemacht werden. Schon ein Fahrweg von 14km führt damit in der Regel (bei 220 Arbeitstagen pro Jahr) bereits zu einem höheren Steuerabzug als die gesamte Werbekostenpauschale von 920€.

Zusätzlich können auch Dienstfahrten steuerlich abgesetzt werden. Dabei gilt der Betrag von 30 Cent sogar pro gefahrenem Kilometer. Zu Dienstfahrten gehören alle beruflichen Fahrten, z.B. Fahrten zu einem Kunden etc.

3. Werbungskosten

Zu den sogenannten Werbungskosten zählen alle Ausgaben, die der Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen dienen. Dazu gehören neben dem Weg zur Arbeit (s.o.) Kosten für Fachliteratur, Computer, Arbeitszimmer inkl. Ausstattung (s.u.), Berufskleidung, Bewerbungskosten, Kosten für Fortbildungen usw.

4. Kontoführungsgebühren

Selbst, wenn Sie ein kostenloses Girokonto haben, können Sie für Kontoführungsgebühren eine Pauschale von 16€ geltend machen. Das wird vom Finanzamt immer akzeptiert.

5. Haushaltshilfen, Pflegepersonal, Kinderbetreuung bis 3000€ pro Jahr

Immer mehr Menschen lassen andere in Ihrem Haushalt bestimmte Tätigkeiten übernehmen. Die Kosten für Haushaltshilfen, Pflegepersonal, Putzfrauen oder Zimmermädchen sind steuerlich absetzbar. 20 Prozent von bis zu 20.000€ - also bis zu 4000€ pro Jahr können so von der Steuerschuld abgezogen werden. Voraussetzung dafür ist der Nachweis einer ordentlichen Rechnung.

Auch die Kosten für die Kinderbetreuung sind zu zwei Dritteln bis zu einer Höhe von 4000€ pro Jahr absetzbar, und zwar unabhängig von der Art der Betreuung (Tagesmutter, Krippe, Kindergarten etc.) und unabhängig davon, ob für die Betreuung berufliche oder private Gründe vorliegen - eine Begründungspflicht gibt es nämlich seit 2012 nicht mehr.

6. Handwerkerleistungen absetzen

Auch Handwerkerrechnungen sollten Sie unbedingt zu Ihren Steuerunterlagen legen - auch Handwerkerleistungen sind bis zu 6000€ pro Jahr steuerlich absetzbar. Dazu gehören auch Kosten für die Heizungswartung, den Schornsteinfeger usw.
20% der Lohnkosten lassen sich dabei anrechnen, also bis 1200€ pro Jahr.

7. Dienstfahrten, Fortbildungen, Verpflegungsmehraufwand

Für jede Dienstreise haben Sie Anspruch auf staatliche Unterstützung. Werden die Kosten für Dienstfahrten nicht vom Arbeitgeber bezahlt, können Sie pro gefahrenen Kilometer 30 Cent steuerlich absetzen. Hinzu kommen bei längerer Auswärtstätigkeit Pauschalen für den Verpflegungsmehraufwand. Dieser richtet sich nach der Zeit der Auswärtstätigkeit sowie nach dem Ort (im Ausland gelten höhere Pauschalbeträge!).

8. Arbeitszimmer

Haben Sie ein Arbeitszimmer in der eigenen Wohnung und nutzen dies beruflich, können Sie die Kosten dafür von der Steuer absetzen, solange der Arbeitgeber Ihnen keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen kann. Das gilt insbesondere für Lehrer, die neben Ihrer Unterrichtstätigkeit einen nicht unerheblichen Teil Ihrer Arbeit am eigenen Schreibtisch verbringen. In diesem Fall können Kosten von bis zu 1250€ pro Jahr geltend gemacht werden.

Stellt Ihr Arbeitszimmer den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit dar, sind die Kosten uneingeschränkt absetzbar. Zu den Kosten gehören anteilig zur Wohnfläche auch sämtliche Nebenkosten, wie Heizung, Strom, Versicherungen etc.

9. Steuerklassenwechsel vor dem Bezug von Elterngeld

Dies ist kein Tipp zur Steuererklärung sondern ein Tipp, um deutlich mehr Elterngeld zu erhalten. Im Jahre 2013 hat sich dabei allerdings einiges geändert:

Konnte man vor dem Jahr 2013 anhand des Nettogehalts noch genau ausrechnen, wie viel Elterngeld zu erwarten war - für das Kind gab es 65% des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzen 12 Monate - gilt nun der Bruttolohn als Berechnungsgrundlage. Welche Auswirkungen das hat, und was nun bei der Steuerklassenwahl zu beachten ist, können Sie in diesem Artikel der Stiftung Warentest nachlesen:

Steuerklasse wechseln: Ein Riesen­plus beim Eltern­geld

10. Nutzen Sie Steuersparprogramme

Eine große Hilfe als Alternative zum Steuerberater bieten Steuersparprogramme für den PC. Ein solches Programm führt Sie Schritt für Schritt durch die einzelnen Posten und macht es wesentlich einfacher, die Steuererklärung zu bewältigen und das maximale Sparpotential herauszuholen - auch ohne Steuerberater und speziellem Wissen. Wenn Sie Ihre Steuererklärung ohne fremde Hilfe machen wollen, dann sollten Sie auf diese Hilfe nicht verzichten.
Eine Alternative ist ein gutes Buch mit Hilfen zum Steuern sparen. Die Lektüre ist ein wenig aufwändiger, doch man findet u.U. noch mehr Hilfen und Tipps, die selbst einige Steuerberater nicht kennen oder nicht immer anwenden.

Vorteile von Steuersparprogrammen:

  • Sie werden Schritt für Schritt durch den Eingabeprozess geleitet.
  • Sie erhalten zu jedem einzelnen Punkt bei Bedarf Hilfe und außerdem viele Tipps, was wie geltend gemacht werden kann und wie Sie noch mehr sparen können.
  • Das Programm überprüft ständig, ob alle eingegebenen Daten vollständig und plausibel sind - so werden Fehler und Rückfragen vermieden.
  • Bereits während der Eingabe wird die zu erwartende Steuerrückzahlung (oder ggf. Nachzahlung) berechnet und anzeigt.
  • Angaben können jederzeit problemlos geändert, ergänzt oder korrigiert werden.
  • Beim Abschluss der Steuererklärung wird noch einmal eine Plausibilitätsprüfung durchgeführt. So können Sie sicher sein, dass alle Angaben richtig sind.

Außerdem lässt sich mit Steuerprogramm die Steuererklärung in elektronischer Form (ELSTER) direkt an das Finanzamt übermitteln.

Das hat weitere Vorteile:

  • Die Bearbeitung geht schneller - so erhalten Sie schneller Ihre Steuererstattung.
  • Sie brauchen deutlich weniger Belege einzureichen - erst bei einer Nachfrage des Finanzamtes müssen bestimmte Belege nachgereicht werden. Dass das Finanzamt danach fragt, ist aber eher die Ausnähme als die Regel.
  • Alle Daten bleiben im Programm auf Ihrem Computer gespeichert. Diese lassen sich im nächsten Jahr als Vorlage übernehmen, wodurch die Steuererklärung im nächsten Jahr um ein Vielfaches einfacher wird.

 

 Empfehlenswerte und günstige Steuerprogramme:

 WISO Steuer-Sparbuch
 t@x 2015  Steuer-Spar-Erklärung

 

Literaturtipps zum Thema Steuern

Steuertricks Buchempfehlung Buchempfehlung Steuern sparen
  Der kleine Konz: Günstiger Ratgeber mit unzähligen wertvollen Tipps zum Steuern sparen - für Arbeitnehmer und Angestellte Der große Konz: Günstiger Ratgeber mit unzähligen wertvollen Tipps zum Steuern sparen - speziell für Selbstständige und Unternehmer  Für Fortgeschrittene mit etwas höherem Einkommen: Hier finden Sie Tipps, die selbst Ihr Steuerberater nicht kennt!